Rückmeldungen zum Weltgebetstag

 

Beate Kurz:

Mir hat dieser ruhige und unaufgeregte Gottesdienst sehr gut gefallen. Alle wesentlichen Inhalte wurden ansprechend durch die Liturgie vermittelt und bewegen mich noch immer. Am WGT wirke ich mit, weil es mir wichtig ist, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Das Motto des Weltgebetstags "informiert beten - betend handeln" hat mich angesprochen.

Mich beeindrucken die Treue und Solidarität der Besucherinnen und ihre Unterstützung für den Weltgebetstag. Wichtig ist mir, einen Gottesdienst vorzubereiten, bei dem sich die Besucherinnen wohlfühlen.

 

Gabriele Vorwerk:

Der Weltgebetstags-Gottesdienst hat mir sehr gut gefallen.

Das Thema "Worauf bauen wir" - unser Leben auf dem Wort Jesu aufzubauen; seine Worte sollen der felsenfeste Grund

für unser Handeln sein - dies kam in den Texten, Gebeten und Liedern so gut zum Ausdruck und war für mich sehr ermutigend und bereichernd. Der Weltgebetstag weitet den Blick für die Welt. Für mich ist es interessant und wichtig zu erfahren: Was bewegt Frauen in anderen Ländern? Wie ist ihre Lebenssituation und wie leben sie ihren Glauben? Auch finde ich gut, dass der WGT gelebte Ökumene ist. Eindrücklich finde ich immer zu wissen, an diesem Abend beten und feiern wir mit vielen gemeinsam weltweit diesen Gottesdienst.

 

Angelika Hahn:

Die Durchführung des diesjährigen Weltgebetstags in seiner kurzen und komprimierten Form passte für mich sehr gut zu seinem Inhalt: Besinnung auf das Fundament – also auf das Wesentliche – unseres Glaubens und unseres Lebens. Und es ist ja gerade dieses Fundament, das Christ/innen weltweit miteinander verbindet: gegründet sein auf Gottes Wort im Hören und Handeln und sich eins machen im Gebet. Ich habe mich darüber gefreut, dass die Liturgie gerade in dieser schwierigen Zeit ein so zentrales Thema so klar zum Ausdruck gebracht hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltgebetstag 2021 Vanuatu

 

Vorstellung des Landes

(Bild: Katja Buck)

Vanuatu ist ein kleines, dörflich geprägtes Land mitten im Pazifischen Ozean.

(Bild: WGT e.V.)

83 Inseln bilden den noch jungen Staat, davon sind 67 bewohnt.

(Bild: Katja Buck)

Die meisten der knapp 290.000 Einwohner leben in kleinen Dörfern, von denen manche nur vom Meer aus oder über schmale Pfade durch den Regenwald erreichbar sind.

(Bild: Katja Buck)

Die Hauptstadt Port Vila auf der Insel Efaté ist Anziehungspunkt für viele Menschen von anderen Inseln auf der Suche nach Arbeit. Kinder und Jugendliche gehen für die weiterbildende Schule oder für das Studium dorthin.

(Bild: Katja Buck)

1980 wurde Vanuatu unabhängig. Seit 1887 hatten Frankreich und Großbritannien das Land unter dem Namen Neue Hebriden verwaltet.

(Bild: Katja Buck)

Weltweit ist Vanuatu das Land mit der höchsten Sprachendichte. Aktiv werden noch mehr als hundert Sprachen gesprochen, teilweise nur von wenigen hundert Menschen. Für die nationale Einheit ist die gemeinsame Sprache Bislama wichtig. Diese Kreolsprache ist in der Zeit des Kolonialismus entstanden, als viele Menschen von verschiedenen Inseln zur Arbeit in den Plantagen gezwungen wurden. Das Nationalmotto „Long God Yumi Stanap“ bedeutet „Mit Gott bestehen wir“.

(Bild: Katja Buck)

Rund 85 Prozent der Bevölkerung in Vanuatu sind christlich. Im 19. und 20. Jahrhundert entsandten verschiedene westliche Kirchen Missionare und Missionarinnen auf die Inseln. Mit der Verbreitung des Evangeliums endete der Kannibalismus, und auch viele Stammesfehden zwischen den Clans wurden beigelegt.

(Bild: Katja Buck)

Der christliche Glaube prägt die Lebenswirklichkeit in Vanuatu. Die Kirche genießt einen hohen Stellenwert.

(Bild: Katja Buck)

Neben der Kirche ist „Kastom“ die andere tragende Säule der Gesellschaft. Mit „Kastom“ wird das tradierte Wertesystem bezeichnet, das alle Lebensbereiche durchzieht. Schlüsselfigur in diesem System sind die Chiefs, die in einem Dorf oder für einen Stamm die Entscheidungen treffen, Konflikte regeln und die Gemeinschaft nach außen vertreten. Der christliche Glaube und das tradierte „Kastom“-System stellen keinen Widerspruch dar, sondern ergänzen sich.

(Bild: Katja Buck)

Die Menschen in Vanuatu pflegen ihre Bräuche und sind stolz auf das Wissen, das ihnen ihre Vorfahren überliefert haben. In vielen Dörfern leben die Menschen noch traditionell und sehr im Einklang mit der Natur.

(Bild Heiner Heine)

Sie ernähren sich von dem, was der Regenwald ihnen an Früchten schenkt, und was sie im Meer fangen. Rund 80 Prozent der Bevölkerung leben von Subsistenzwirtschaft.

(Bild: Katja Buck)

Vanuatu besitzt keine Bodenschätze. Eine der Haupteinnahmequellen des Landes ist der Tourismus. Gerne wird das Land als eines der letzten Paradiese dieser Welt angepriesen, auch weil es dort keine gefährlichen Tiere, keine giftigen Schlagen oder Skorpione gibt.

(Bild: Heiner Heine)

Den großen Profit mit dem Tourismus machen allerdings überwiegend ausländische Unternehmen. Auch sind die lukrativen Jobs in der Branche häufig von Ausländern besetzt.

(Bild: Heiner Heine)

Vanuatu gilt weltweit als das Land, das am meisten vom Klimawandel bedroht ist. Die tropischen Wirbelstürme, die jedes Jahr in der Region vorkommen, werden immer heftiger. Im März 2015 tobte der Zyklon Pam mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h über Vanuatu und zerstörte innerhalb von einer Nacht schätzungsweise 90 Prozent aller Häuser. Im April 2020 wütete der Zyklon Harold  auf den nördlichen Inseln.

(Bild: Heiner Heine)

Als besonders schwerwiegende Folge des Klimawandels gelten die veränderten Regenmuster. Die Durchschnittstemperaturen steigen und insgesamt fällt weniger Regen. Das führt bereits jetzt zu Ernteausfällen. Andererseits kommt es immer wieder zu extremem Starkregen, der alles überschwemmt und große Schäden anrichtet.

(Bild: Katja Buck)

Auf einen Titel sind die Ni-Vanuatu, so heißen die Menschen dort offiziell, besonders stolz. Nach der Erhebung einer britischen Wirtschaftsstiftung gelten sie als die glücklichsten Menschen der Welt. In beeindruckender Genügsamkeit sind sie dankbar für das, was die Natur ihnen schenkt.

(Bild: Katja Buck)

Für Frauen ist das Leben in Vanuatu aber sehr schwer. Laut einer Umfrage haben zwei Drittel aller Frauen bereits Gewalt erlebt, zwanzig Prozent davon mit bleibenden Schäden. Die patriarchalen Strukturen ordnen Frauen den Männern unter.

(Bild: Katja Buck)

Frauen sind dafür verantwortlich, dass es den Männern gut geht, dass die Familie zu essen hat. Sie sorgen dafür, dass Obst und Gemüse wachsen und verkaufen auf dem Markt, was sie erübrigen können. Auch sind die Frauen dafür verantwortlich, dass die Familie das Schulgeld für die Kinder zahlen kann.

(Bild: Katja Buck)

1946 wurde in Vanuatu zum ersten Mal der Weltgebetstag gefeiert. Das Team bilden heute presbyterianische, katholische und anglikanische Christinnen zusammen mit Frauen aus der Kirche der Siebenten-Tag-Adventisten, der Assembly of God, der Church of Christ und der Apostolischen Kirche. Die Frauen, die an der diesjährigen Liturgie mitgearbeitet haben, hoffen, dass der Weltgebetstag 2021 die Stimme der Frauen in Vanuatu hörbarer macht.

(Bild: Katja Buck)

Juliette Pita ist die bekannteste Künstlerin von Vanuatu. Sie hat für den Weltgebetstag 2021 ein Bild gemalt, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen während des verheerenden Wirbelsturms Pam im Jahr 2015 verarbeitet hat.

(Bild: Juliette Pita)

Eine Frau beugt sich schützend über ihr Kind und betet. Am Horizont sind kleine Kreuze zu sehen für die Menschen, die bei der Katastrophe gestorben sind.

(Bild: Katja Buck)

Das Deutsche Weltgebetstags-Komitee unterstützt im Pazifik seit einigen Jahren das Mediennetzwerk FemLINKPACIFIC. In Vanuatu arbeitet FemLINKPACIFIC mit dem Projekt Vanuatu Young Women for Change zusammen, in dem junge Frauen zum Beispiel lernen, wie sie die in wissenschaftlichem Englisch oder Französisch formulierten Wettervorhersagen in lokale Sprachen übersetzen. So können auch in entlegenen Gebieten Frauen vor drohenden Überschwemmungen oder Wirbelstürmen gewarnt werden. Das ist wichtig, damit die Frauen rechtzeitig Vorkehrungen treffen und sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen können. Damit sich die Situation von Frauen langfristig in Vanuatu verbessert, sind sie auf die internationale Solidarität angewiesen.

Katja Dorothea Buck